"Stellwerk 60" in Köln-Nippes


Größe: 400 WE. Die Bauarbeiten wurden Januar 2006 begonnen. Im März 2005 begann die Vermarktung der 1. autofreien Siedlung in Köln-Nippes.
Projektentwickler: Kontrola Köln

Interessierte für das "autofreie" Wohnen sind gesucht. Baugenossenschaft und Baugruppen ermöglichen kostengünstiges Wohnen. Car-Sharing und Siedlungsticket sind als Mobilitätsdienstleistung in der Siedlung geplant.

In Köln leben durchschnittlich 22% aller Haushalte autofrei. Im "Stellwerk 60", so der Projektname der Entwicklungsgesellschaft, wird die Autofreiheit Normalität. Durch die Interessensbündelung können Synergien zum Vorteil aller Bewohner genutzt werden: "Stellwerk 60" wird über eine überdurchschnittlich gute ÖPNV-Anbindung verfügen, ergänzt durch CarSharing. Zum wichtigsten Fortbewegungsmittel wird erfahrungsgemäß das Rad. Statt Garagen werden gesicherte Fahrradabstellanlangen auf dem Gelände errichtet - pro Haushalt sind mindestens drei Abstellplätze für Räder eingeplant. Über Rampen befahrbare Kellerräume erleichtern darüber hinaus die Fortbewegung per Velo. Anstelle von breiten Straßen entstehen im "Stellwerk 60" verkehrssichere Fuß- und Radwege. Innerhalb des Wohnareals wird es ein striktes Fahr- und Parkverbot für private Kfz geben, vergleichbar mit öffentlichen Parks. Ausnahmen gelten für Blinklichtfahrzeuge wie Rettungsdienste und Straßenreinigung sowie Reparaturfahrzeuge, Umzugswagen und Sonderanlieferungen.

 

Sicherstellung der Autofreiheit
Die Autofreiheit wird durch die folgenden Maßnahmen gewährleistet:

• Alle öffentlichen Straßen und Wege werden als „Fußgängerzone“ eingerichtet.
• Die Beschilderung erfolgt durch den Schildertyp „Fuß- und Radweg“ ohne zusätzliche Beschilderung von Ausnahmen.
• Die Siedlung hat 4 potenzielle Zufahrtmöglichkeiten. Alle 4 Zufahrtmöglichkeiten werden abgepollert und mit Schildern versehen, welche Lieferanten auf die Mobilitätszentrale an der Werkstattstraße hinweisen.
• Müllfahrzeuge sowie "Blinklichtfahrzeuge" haben Zufahrtmöglichkeiten an allen 4 oben genannten Stellen – sie werden mit Schlüsseln zum Öffnen der Poller ausgestattet.
• Die Zufahrt am Ende der Werkstattstraße (an der Mobilitätszentrale) wird mit einem mobilen bzw. versenkbaren Poller versehen.
• Der Siedlungsverein „Stellwerk60 e.V.“ sowie für die Startphase auch der Investor erhalten von der Stadt eine Sondernutzungserlaubnis zur Regelung der notwendigen Zufahrten.
• Der Verein sowie der Investor benennen der Stadt Personen, die in der Mobilitätszentrale tätig sind und für den Fahrzeug-Einlass in die Siedlung verantwortlich sind. Diese Personen werden von der Stadt zu Verwaltungshelfern ernannt.
• Der Siedlerverein wird Fälle definieren, in denen die automobile Zufahrt gestattet wird (z.B. Umzugs-LKWs) – in denen also eine Sondernutzung der Fußgängerzone genehmigt wird. Diese Definitionen können etwaigen neuen Erfahrungen und Anforderungen jederzeit angepasst werden.
• Eine wichtige Funktion der Mobilitätszentrale besteht darin, Lieferanten entsprechende Hilfsmittel/Transportgeräte zur Verfügung zu stellen, mit denen die Ware zu den Haushalten transportiert werden kann sowie (kleinere) Lieferungen zwischen zu lagern sowie Lieferungen von den Haushalten direkt abholen zu lassen.


Links

• Ergebnisse der Marktuntersuchung u.a. in Köln werden hier vorgestellt.
• Webseite der Baugruppe www.nachbarn60.de mit Bildern des Baufortschritts, Downloads von Presseberichten.
Standort Nippes und Anfahrt
stellwerk60.de (Projektwebseite der Entwicklungsgesellschaft)
ASK (Arbeitskreis Autofreie Siedlung Köln) e.V.


Literatur
Stadtplanungsamt Stadt Köln (2001): Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Ehemaliges Eisenbahnausbesserungswerk in Köln-Nippes - inkl. Modellprojekt Autofreies Stadtquartier"

 
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Bilder siehe: stellwerk60.de