Hannover Kronsberg


Steckbrief

 



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Projekte auf
dem
Kronsberggelände
Passivhaussiedlung Lummerlund
Hermannsdorfer Landwerkstätten
"Habitat - Internationales Wohnen"


Anfahrtsbeschreibung

 

 

Projektname  Expo-Siedlung "Am Kronsberg" 
PLZ 

30000 

Stadt 

Hannover 

Straße  Stadtteil Kronsberg (Wülferoder Straße, Oheriedentrift, Kattenbrookstrift als Zufahrtsstraßen)
Bundesland 

Niedersachsen 

Gebäudeart(en)  überwiegend (ca. 2.800 WE) Geschoßwohnungsbau, ca. 200 Reihenhäuser
Neubau, Sanierung 

Neubau 

Eigentumsform(en) 

sozialer Wohnungsbau (Miete), Eigentum 

Anfahrt vom Hauptbahnhof Straßenbahnlinie 11 direkt zum Gebiet
Lage am südöstlichen Stadtrand, im Übergang zwischen Einfamilienhausgebieten und Landschaftsraum
Architekt H. Welp, Braunschweig (1. Preis im Ideenwettbewerb 1993; # 19)
Landschaftsarchitekt Büro Kienast, Vogt & Partner, 1994
beide Quartierparks: Büro Irene Lohaus und Peter Carl (# 27)
Straßenalleen mit "Bächen": Atelier Herbert Dreiseitl (# 27)
Bauherr verschiedene Bauträger (Wohnungsbauunternehmen);
  "An der Planung und Realisierung der Projekte des ersten Bauabschnitts beteiligt waren rund 25 Investoren und etwa 40 Architekten und Landschafts­planer" (# 47, S. 24)
Größe ha bis zur EXPO realisiert ca. 60 Hektar Bruttobaugebiet
Wohneinheiten 1. Baustufe bis zur Expo 2000 knapp 3.000 WE;
  langfristig geplant 6.000 WE im Stadtteil Kronsberg
Anmerkungen in # 1 genannt als Ökosiedlung: "Siedlung Lummerland"
Fertigstellung  1998 - 2000

Allgemein:
Projektentwicklung Gebaut in Zusammenhang mit der EXPO 2000 in der Nachbarschaft (Haupteingang 2 Straßenbahn­stationen weiter), die unter dem Motto "Mensch - Natur - Technik" stand.
Hannover "... präsentiert den neuen Stadtteil zur EXPO 2000 als Bespiel für eine nachhaltige Entwicklung (Agenda 21). Die Kronsberg-Planung ist Teil folgender dezentraler EXPO-Projekte:
- ökologische Optimierung Kronsberg,
- Stadt als Garten,
- Stadt als sozialer Lebensraum ..."
(# 19, Seite 20)

Wiederaufgreifen einer bereits seit den 70er Jahren diskutierten Bebauung dieses Geländes, jedoch jetzt unter dem Gesichtspunkt "ökologischer Wohnungs­bau"; 1100 Wohnungen der Siedlung sollten für (nicht aus Hannover kommende) Mitarbeiter der EXPO 2000 zur Verfügung stehen und danach normal vermietet werden (# 19).
Projektentwicklung durch verschiedene Bauträger.
Weiterer Bauabschnitt "Kronsberg-Süd" auf dem östlich der EXPO gelegenen Gelände (temporäre EXPO-Nutzungen) geplant.
Besonderheiten Je nach Projektträger unterschiedliche ökologische Ansätze, jedoch insgesamt durch Regenwasserkonzept zusammengehalten.
Städtebau, Architektur
Städtebau Großsiedlung in städtischer Blockbauweise (Geschoßwohnungsbau), z.T. mit niederigeren Reihenhausgruppen. Strenges Straßenraster, strenge Baufluchtlinien und städtebauliche Ordnung. "Kronsberg" zieht sich entlang der Haupterschließungs­straße (mit Straßenbahn) einen gleichmäßig ansteigenden Hang hinauf; oben, am Ostrand wird die Bebauung flacher (Reihenhäuser) und durch eine Allee vom Landschaftsraum getrennt.
GFZ durchschnittlich 1,0 (# 19, Seite 21)
"So ist nun auf dem Kronsberg ein für die Bauproduktion der letzten Jahre ziemlich typisches, abgeschlossenes Neubaugebiet zu besichtigen, in Anspruch, Maßstab und Typologie vergleichbar mit den Freiburger Rieselfeldern, München-Riem, Hamburg-Allermöhe oder Potsdam-Kirchsteigfeld. .... Viel mehr als der übliche Bauträger-Wohnungsbau von der Stange wird nicht geboten ..."(# 32, S. 23)
 
Architektur differenziert;
Geschoßwohnungsbau meist viergeschossig mit Blöcken, Zeilen und Stadtvillen, Flachdach,
Reihenhäuser (zweigeschossig) meist Satteldach;
Gestaltung an der klassischen Moderne und zeitgenössischem Wohnungsbau orientiert
 
Materialien Bau Putz, Klinker: weniger Holz (z.B. Kindergarten)  

Ökologie

"Mit einem ganzheitlichen Ansatz wird das Bauen am Kronsberg flächendeckend ökologisch optimiert. Die Komponenten sind:
- Energiekonzept,
- Wasserkonzept,
- Bodenmanagement." (# 19, Seite 24)
 
Ab/Wasser

Regenwasser wird entlang der Straßen in einem Mulden-Rigolen-System gesammelt, dezentral zurückgehalten und zeitverzögert abgeleitet. Zum Teil in breiten "Gebirgsbächen" plätschert das Regenwasser im breiten Mittelstreifen der hangaufwärtsführenden Querstraßen nach unten. In den Höfen Regenwassersammelbecken (keine Versickerung).  
In den Gebäuden teilweise mit wassersparenden Armaturen und Sanitäreinrichtungen.

 
Abfall 

Kompostierung, Abfalltrennung 

 
Energie 

Meist konventionelle Wärmedämmstoffe, Niedrigenergiebauweise, kontrollierte Wohnungslüftung, Nahwärme aus zwei Blockheizkraftwerken, Passivhäuser; Demonstrationsprojekte: Windkraftanlagen, Solare Nahwärme ("Solarcity") und Fotovoltaik.
Als Solararchitektur bemerkenswert ist die "Solar City" im südöstlichen Teil des Stadtteils (Bauherren: GBH, Philipp Holzmann; 106 Wohnungen), wo auf den Dächern großer Solarkollektoren in Richtung Expo aufgestellt sind (# 32)

 
Baubiologie     
Verkehr 

Pkw-Stellplätze mit wasserdurchlässigem Belag befestigt und außerhalb der Siedlung angelegt 

 
Außenanlage 

Bodenmanagement: Aushub für die Hügel im Landschaftsraum und Lärmschutzwälle genutzt. Naturnahe Begrünung mit Mietergärten. 
Weitere Ausführungen (s.u.)

 
Ökonomie    
Soziokultur Bürgerbeteiligung der KUKA  

Ansprechpartner

karin.rumming@hannover-stadt.de
 
Anmerkungen     
Quellen / Downloads

Downloads der Stadt Hannover (insg. pdfs mit ca. 16 MB):
..>> hannover.de/...modkrons

CO2-Bilanz 2001 Zusammenfassung (Word 28 kB)
Zusammenfassung der Langfassung ifeu (600 kB)

Diss. von Pamela Heise: Nachhaltigkeit von Weltausstellungen am Beispiel der Expo 2000 in Hannover - eine Wirkungsananlyse (am Beispiel der Expo-Siedlung Hannover Kronsberg; Anm. von oekosiedlungen.de). Fak. Raumplanung Uni Dortmund, 2002 (pdf 5 MB)

Diplomarbeit
von Katrin Klemme Uni Stuttgart mit Projektbeschreibung und Bewertung.

 
 Links

..>> kronsberg.info
..>> sibart.org (engl.)
Solarcity: www.tu-chemnitz.de/...ST2000

 
Stand  2/2008 Holger Wolpensinger, Bonn   

Freiraum
Vorgarten je nach Haustyp: konventionelles Abstandsgrün bis Reihenhausvorgarten
Garten je nach Haustyp: Innenhof bis abgeschirmter Privatgarten (kleine Gärten), z.T. private Terrassen über Garagen, Dachterrassen
Spielplatz vielgestaltig, von kleinen Spielplätzen in den Innenhöfen über die Parkanlagen bis zum Gesamtraum als "Streifraum" (# 19, Seite 22) [Anm: erleben, entdecken]
Parkanlagen Quartierparks: zwei Blöcke von Bebauung freigehalten, der eine im nördlichen, der andere im südlichen Teil von Kronsberg; beide intensiv als moderner Stadtpark gestaltet;
östlich angrenzend freie Wiesen-/ Ackerfläche, die mit künstlich aufgeschütteten Hügeln von 10- 15 m Höhe (Bodenaushub der Wohnungsbauten) zum Erlebnisraum wird.
Stellplätze entlang den Straßen; Tiefgaragen, Carports; auf 0,8 private Stellplätze/ je Wohnung reduziert
Straße konventionell (asphaltiert, Gehwege gepflastert, Stellplätze mit Rasenfugen)
Öko-Aspekte Regenwasserbäche als Gestaltungselement in den Haupterlebnisräumen der "Querstraßen"; Regenwassersammelbecken ebenfalls Gestaltungsmittelpunkt in einigen Höfen
"Dem zentralen Thema der Regenwasserbewirtschaftung musste sich das Atelier Dreiseitl ... am intensivsten widmen. An der nördlichen und südlichen hangabwärts führenden Straßenallee fallen Grünflächen auf, zwischen etwa 13 und 30 Meter breit. Sie dienen vor allem dazu, das Oberflächenwasser der Alleen, den Überlauf der angrenzenden Wohnblöcke sowie den gedrosselten Abfluss der hangparallelen Straßen aufzunehmen. Daneben aber sollen diese Flächen als öffentliche Parks dienen, in denen Bewohner und Besucher Wasser möglichst direkt erleben sollen ..." (# 27)
Quelle #1, # 19, # 32