Ökosiedlungen in Hamm
Im Ökologischen Baugebiet "Hoher Weg" in Hamm-Heessen sind in den 90er Jahren 120 Wohneinheiten auf einer Fläche von ca. 3 ha entstanden Es ist eines der ersten größeren Siedlungsbauvorhaben in Hamm, das von Beginn an unter vorrangig ökologischen Gesichtspunkten geplant wurde und hat damit eine Vorbildfunktion für die ökologische Ausrichtung zukünftiger Baugebiete im Stadtgebiet. Von den insgesamt 120 WE wurden 48 WE als Mietwohnungen im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus errichtet. 72 WE wurden im frei finanziertem Ein-Familien-Hausbau erstellt. Bauträgerin für die Mietwohnungen, die sich auf ein "Winkelhaus" und ein "Torhaus" verteilen, war die Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft. Trotz aufwändiger Architektur, die insbesondere durch einen weithin sichtbaren Turm und Brücken und Laubengänge städtebauliche Akzente setzt, konnte durch den Verzicht auf Unterkellerung vergleichsweise kostengünstig gebaut werden. Alle Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei und verfügen über einen separaten Zugang. Das Torhaus ist als Niedrig-Energie-Haus gebaut. Für eine spätere Installation eines Solarkollektors zur Warmwasserbereitung sind die technischen Vorrichtungen geschaffen worden. Bauträger für den Ein-Familien-Hausbau war die Landesentwicklungsgesellschaft.Entstanden sind vornehmlich flächen- und energiesparende Reihenhäuser sowie einige Doppelhäuser. Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 375 und 400 m2, die Wohnflächen variieren von 102 bis 112 m2. Alle Häuser sind durch eine im Gewerbepark am Öko-Zentrum NRW in Hamm ansässige Firma erstellt worden, die sich auf den Bau von Gebäuden in Holzrahmenbauweise spezialisiert hat. Auch sie entsprechen dem Niedrigenergie-Standard. Die Wärmedämmung der Außenwände wird durch einen sehr gut wärmedämmenden Zellulosedämmstoff erreicht, der zu 100 % aus entsprechend aufbereitetem Altpapier besteht. Eine aktive Nutzung der Sonnenenergie durch die Installation eines Solarkollektors zur Warmwasserbereitung ist möglich und wird von den künftigen Eigentümern selbst entschieden. Dies gilt ebenso für eine Regenwassernutzung im eigenen Haushalt. Die Erstellung der Häuser in Holzrahmenbauweise war trotz hohem ökologischen Standard vergleichsweise preisgünstig, insbesondere durch die flächensparende Erschließung, den Verzicht auf eine Unterkellerung, einen hohen Vorfertigungsgrad der Bauteile, eine optimierte Baustellenorganisation und durch den Mengeneffekt.
Der Realisierungswettbewerb für "Das Gesunde Haus" in der Stadt Hamm wurde von einer nordrhein-westfälischdänischen Architektengemeinschaft gewonnen. Für die Umsetzung des Siegerentwurfs stellte die Stadt Hamm ein ca. 9.500 m2 großes Grundstück an der Hohenhöveler Straße in Bockum-Hövel bereit. Nach rund 17-monatiger Bauzeit meldete der Bauherr und Investor, die "Hammer gemeinnützige Baugesellschaft" im Dezember 1996 die Baufertigstellung. "Das gesunde Haus" Hamm liegt zwischen einer kleinteiligen Zechensiedlung und einem verdichteten Neubaugebiet der 70er Jahre in großmaßstäblicher Bauweise und umfasst 56 Sozialwohnungen, die auf vier 2-4-geschossige Hauszeilen aufgeteilt sind. Herausragendes architektonisches Element ist eine sogenannte lineare Energiemauer, ein zweigeschossiger Baukörper der als multifunktionale Mauer einen Lärmschutz für die Wohnungen und die innerhalb der Wohnanlage gelegenen Freiflächen bildet und zudem der Unterbringung von Kellerersatzräumen, Fahrradabstellräumen und der Haustechnik dient.
In Anlehnung an die ehemalige Nutzung des Baugrundstücks als Bergarbeitersiedlung wird die neue Siedlung von größeren Garten- und Grünflächen sowie Fußwegen durchzogen. Die Freiraumflächen im Inneren der Wohnanlage mit Mietergärten, Kinderspielplatz, Fußwegen und einer Streuobstwiese sind von jeglichem Autoverkehr freigehalten. Die Nord-Süd-Orientierung der Baukörper ermöglicht eine optimale passive Nutzung der Sonnenenergie. Alle Gebäude sind im Niedrigenergiestandard errichtet worden. Statt einer zentralen Heizanlage wurde für jede der vier Hauszeilen dezentral ein Gas-Brennwertkessel für Heizung und Warmwasserbereitung vorgesehen. Das überschüssige Regenwasser aus den extensiv begrünten Dächern wird zur Versickerung auf dem eigenen Grundstück über Rohrleitungen in zwei wechselfeuchte Mulden geführt. Die Errichtung aller 56 Wohnungen wurden im Rahmen der Wohnungsbauförderung (1. und 2. Förderweg) mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Entsprechend den unterschiedlichen Anforderungen der zukünftigen Bewohner ist mit der Anlage nutzungsneutraler Sozialwohnungen, Altenwohnungen, behindertengerechter und barrierefreier Wohnungen im Erdgeschoss und Mietereinfamilienhäuser für kinderreiche Familien eine breite soziale Mischung umgesetzt worden. Im südlichsten Gebäudekubus bietet die Einrichtung eines Gemeinschaftsraumes die Möglichkeit der Begegnung und den Aufbau von sozialen Kontakten.
Im Oktober 1997 konnten die ersten Wohnungen im Wohnpark "Heinrichstraße" in Hamm bezogen worden, dem bis dahin größten Projekt einer im Öko-Zentrum ansässigen Baufirma. In unmittelbarer Nähe eines zentralen Versorgungsbereiches im Hammer Stadtbezirk Pelkum sind rd. 130 Wohneinheiten in ökologischer und zugleich kostengünstiger Bauweise errichtet worden. Mit Miet- und Eigentumswohnungen in dreigeschossigen, in Holzrahmenbauweise errichteten Niedrigenergiehäusern sowie freifinanzierten Reihenhäusern ist ein Wohnungsmix entstanden, der "der gesellschaftlichen Umstrukturierung gerecht werden soll" und Raum bietet insbesondere für kinderreiche Familien, Singles und ältere Menschen.
Mit vielfältigen ökologischen Maßnahmen ist dem Anspruch der Stadt Hamm als "Ökologischer Stadt der Zukunft" Rechnung getragen worden. Dazu gehören u. a. umfangreiche Wärmeschutzmaßnahmen, die Bevorzugung ökologischer Baumaterialien, Sonnenkollektoren für die Reihenhäuser, großzügige, naturnah gestaltete Grünbereiche zwischen den Häusern, der Erhalt alter Baumbestände, die Reaktivierung der Stillgewässer am Standort, die Anlage einer Obstwiese am Siedlungsrand, die Bepflanzung der Außenwände sowie die Eingrünung von Stellplätzen und Müllboxen.
Art und Größe des Projektes waren zu diesem Zeitpunkt einmalig, zulässig und üblich waren beispielsweise in Deutschland bis dahin nur Holzhäuser in zweigeschossiger Bauweise. Der Wohnpark Heinrichstraße wurde so zu einem Vorzeigeobjekt über die Stadt- und auch Landesgrenzen hinaus.
Quelle: Broschüre "Ökologische Stadt der Zukunft - Abschlussbericht 2003 zum Modellprojekt der Landesregierung"
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Ökoszentrum NRW HammBeachten Sie hierzu auch die "Vereinbarung über ökologische Qualitätsanforderungen im Wohnungsbau" der Stadt Hamm
Downloads: oekosiedlungen.de/...#qualitaetssicherung
Kurzbeschreibung: difu.de/.../stadtoekologie/praxis/bauen/hamm.shtml